Pflanzenschützer des Jahres

Eine besondere Ehrung ist uns im Dezember 2020 zugegangen: Wir bekamen die Urkunde zum „Pflanzenschützer des Jahres“ zusammen mit einem mydays-Erlebnisgutschein und einem gut gefüllten Präsentkorb. Darüber freuen wir uns sehr.

Die Auszeichnung erhalten seit 2015 jährlich besonders engagierte Landwirte, die die Aktion „Schau ins Feld!“ tatkräftig unterstützt haben.

Doch nicht die Auszeichnung selbst war unser Antrieb, sondern unser Wunsch mit Vorurteilen aufzuräumen. Wir hoffen unsere Postings bei Facebook, die Null-Parzellen in unseren Felden, die Infoseiten auf unserer Webseite und die Gespräche haben dazu beigetragen.

Pflanzenschützer des Jahres


Urkunde


Bei der Aktion „Schau ins Feld!“ klären Landwirte über Pflanzenschutz auf und suchen den Dialog mit Verbrauchern und der Presse. Durch sogenannte Schau!-Fenster – festgelegte Bereiche auf dem Feld, in denen auf jegliche Form des Pflanzenschutzes verzichtet wird – können die Landwirte direkt vor Ort anschaulich zeigen, welche Konsequenzen der Verzicht auf Pflanzenschutz mit sich bringt.

Kurzinformationen zum Pflanzenschutz

Aufgrund der medialen Aufmerksamkeit zum Thema Pflanzenschutz erreichen uns gehäuft Nachfragen, was wir denn so auf den Feldern ausbringen. Neben der Teilnahme an der Aktion "Schau ins Feld" haben wir Ihnen nachfolgend einige grundsätzliche Dinge zum Thema zusammengefasst:

Grundsätzliches zum Verhalten:

Unsere Felder sind Privatbesitz von verschiedenen Eigentümern. Die Flächen gehören nicht der Allgemeinheit und sollten somit auch nicht willkürlich betreten werden. Weder von Tieren, noch von Menschen. Auf den Flächen bauen wir Futtermittel oder Nahrungsmittel an- dies ist unsere Passion.  Demnach ergibt sich auch nicht die Frage, ob beim Betreten der Flächen gesundheitliche Risiken aus vorangegangenen Pflanzenschutzmaßnahmen entstehen können.

Grundsätzliches zu unserer Technik:

Um die jeweiligen Mittel gezielt auszubringen, besitzt unsere Pflanzenschutzspritze verschiedene technische Einrichtungen:  Abdriftminderung und Abschaltung von Teilbreiten.

Durch die Abschaltung von Teilbreiten kann gesteuert werden, wenn einzelne Düsen keine Mittel ausbringen sollen, zum Beispiel in der Nähe von Gärten. Abdriftminderung bedeutet, dass die Verfrachtung der Wirkstoffe auf Nichtzielflächen durch spezielle Düsen vermieden wird. Der Fahrer entscheidet individuell, an welchen Stellen er ausschaltet und damit Stellen unbearbeitet lässt, z. B. in der Nähe von Gärten, Gewässern, etc. Seine Entscheidungen werden technisch aufgezeichnet und sind nachvollziehbar. Dazu gibt es gesetzliche Vorgaben z. B. aus den Bestimmungen zu den Mitteln (Anwendungsbestimmungen) oder einfach den gesunden Menschenverstand.

Grundsätzliches zu unseren Mitarbeitern und Dokumentationen:

Um Pflanzenschutzmittel beruflich ausbringen zu dürfen, benötigen die jeweiligen Mitarbeiter einen behördlich ausgestellten Sachkundenachweis. Um diesen zu erhalten, ist ein Nachweis der fachlichen Eignung zu erbringen. Um die Sachkunde aufrecht zu erhalten, sind regelmäßige Teilnahmen an amtlich anerkannten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich. Für die eingesetzten Mittel besteht eine amtliche Aufzeichnungspflicht, welche 3 Jahre lang aufbewahrt werden muss.

Einsatz von Glyphosat:

Wie auch in den vergangenen Jahren haben wir uns gegen den Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln entschieden. Mit viel persönlichem Einsatz unserer Mitarbeiter und entsprechender Technik wurde die Grundbodenbearbeitung komplett mechanisch durchgeführt. Dennoch sind wir der Meinung, dass es an der Zeit ist, dass wieder fachkompetente Diskussionen zum Thema Pflanzenschutz und nicht Erzeugung von Hysterie in den Vordergrund rücken sollten.  


Integrierter Pflanzenschutz

Integrierter Pflanzenschutz setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die in unserem Unternehmen - dort, wo es sinnvoll ist - mehr oder weniger stark eingesetzt werden.

Nachfolgend wollen wir alle Bausteine vorstellen, darunter auch welche, die bei uns nicht zum Einsatz kommen (können).

 

Bausteine Pflanzenschutz


Wir sorgen dafür, dass Sie im Supermarkt und im Hofladen immer ausreichend gesunde und leckere Lebensmittel finden. Dazu schützen wir unsere Kulturpflanzen mit unterschiedlichen Maßnahmen. Von der Auswahl der passenden Sorten über die Wahl des richtigen Zeitpunkts für die Aussaat und die Bodenbearbeitung bis zum Einsatz von natürlichen Fressfeinden gegen Schädlinge. Wir versuchen, unseren Pflanzen die besten Bedingungen zum Wachsen zu bieten. Die unterschiedlichen Bausteine des Pflanzenschutzes stellen wir ab sofort immer mal wieder vor! 🤓


Mechanischen Pflanzenschutz betreiben wir Landwirte nach der Ernte und vor der nächsten Aussaat. 😊 🚜 Mit dem Ziel, den Boden zu lockern und durchzulüften, bearbeiten wir ihn mit Pflug, Grubber oder Egge. 🚜 So beseitigen wir auch Unkräuter 🌿 und regen die Humusbildung an, was wiederum die Bodenqualität fördert. Aber auch den Wasserhaushalt des Bodens und die Verfügbarkeit von Nährstoffen können wir so verbessern. 😊 Das alles führt dazu, dass unsere Nutzpflanzen nach der Aussaat optimale Wachstumsbedingungen vorfinden. 🌾🌱 

Biologische Verfahren


☝️ Indem natürliche Fressfeinde gezielt zur Schädlingsbekämpfung in den Beständen eingesetzt werden, wird diese biologische Methode zum Schutz der Pflanzen genutzt. 😊 So setzen Landwirte beispielsweise Nützlinge wie Marienkäfer🐞 oder Schlupfwespen 🐝 gegen Schädlinge wie Blattläuse und Schwebfliegen ein. Für uns Landwirte ein wichtiger Baustein zum Pflanzenschutz! 👍 


Um unsere Pflanzen vor Umwelteinflüssen, Krankheiten und Schädlingen zu schützen, ergreifen wir unterschiedlichste Maßnahmen. 🌽🍎🌾 Neben Maßnahmen des Acker- und Pflanzenbaus und der mechanischen Bodenbearbeitung wird auch chemischer Pflanzenschutz betrieben. So kommen beispielsweise Fungizide zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten zum Einsatz. Aus ökologischen, aber auch schlichtweg aus ökonomischen Gründen setzen wir Landwirte nur solche Mittel ein, die wirklich notwendig sind – und auch dann in möglichst geringen Mengen. 


Wir schützen unsere Pflanzen durch unterschiedlichste Maßnahmen. 🌱🛡 Damit beginnen wir schon vor der eigentlichen Aussaat. Wir behalten unterschiedliche Faktoren, wie die Beschaffenheit unserer Böden oder das Wetter, genau im Blick. 🌦 Danach bestimmen wir das ideale Saatgut für unsere Anbauflächen und den Termin der Aussaat. Durch die Vorbereitung des Saatbetts vor der Saat und die anschließende Düngung schaffen wir zusätzlich die bestmöglichen Bedingungen für das Pflanzenwachstum. 👍 Damit ist der Grundstein für gesunde Pflanzen bereits gelegt. 


Maßnahmen des biotechnischen Pflanzenschutzes orientieren sich meist an der Natur. 😊 So werden zum Beispiel Pheromone, synthetisch hergestellte Sexuallockstoffe, dazu eingesetzt, Insekten in Fallen zu locken oder die Paarung zu verhindern. 🐜🕷 Aber auch die Vorliebe bestimmter Insektenarten für bestimmte Farben kann genutzt werden, um Insekten in Fallen zu locken. 🚩 In der Regel ist biotechnischer Pflanzenschutz besonders umweltverträglich. 😊👍 


Ein wichtiger Baustein des ganzheitlichen Pflanzenschutzes ist die Züchtung und Sortenwahl. ❗️ Pflanzenschutz beginnt nämlich nicht erst auf dem Feld, sondern viel früher – im Labor. 👩🔬 Durch spezifische Züchtung und die Auswahl geeigneter Sorten sollen Pflanzen beispielsweise mehr Ertrag bringen oder widerstandsfähiger gegen bestimmte Krankheitserreger oder Stressfaktoren werden. 🌱🌾 Züchtung ist allerdings ein aufwendiger und langwieriger Baustein des Pflanzenschutzes – von der ersten Kreuzung bis zur fertigen Sorte vergehen meist 10 bis 15 Jahre. 😱 

Weitere Fragen?

Gern beantworten wir Ihnen Ihre individuellen Fragen per E-Mail oder telefonisch zu unseren Bürozeiten.